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Karat und Feingehalt erklärt: 333, 585, 750 und 999

Redaktion GoldGramm · 11. Oktober 2026 · ca. 5 Min. Lesezeit

Die Zahl auf Ihrem Ring entscheidet über seinen Wert: Ein 750er Ring enthält mehr als doppelt so viel Gold wie ein gleich schwerer 333er Ring. Dieser Ratgeber erklärt, was Karat und Feingehalt bedeuten, wie Sie zwischen beiden umrechnen und warum es reines Gold im Schmuck kaum gibt.

Feingehalt: Gold in Tausendsteln

Der Feingehalt gibt an, wie viele von 1000 Teilen einer Legierung aus reinem Gold bestehen. 585 bedeutet also: 585 von 1000 Teilen sind Gold, das entspricht 58,5 Prozent. Der Rest besteht aus anderen Metallen, meist Silber, Kupfer, Zink, Palladium oder Nickel. In Deutschland und den meisten europäischen Ländern wird Schmuck mit dieser Tausendstel-Angabe gestempelt.

Die Angabe ist eine Mindestangabe: Ein Stück mit der Punze 585 muss mindestens 585 Tausendstel Gold enthalten. In der Praxis liegt der tatsächliche Gehalt bei Markenherstellern meist exakt auf oder minimal über dem Wert. Bei Ankauf und Bewertung wird mit dem gestempelten Wert gerechnet, sofern die Prüfung ihn bestätigt.

Karat: Gold in Vierundzwanzigsteln

Karat ist die ältere und international verbreitete Einheit. Reines Gold hat 24 Karat. 18 Karat bedeutet 18 von 24 Teilen Gold, also 75 Prozent – das entspricht dem Feingehalt 750. 14 Karat sind rechnerisch 583,3 Tausendstel; in Deutschland hat sich dafür die etwas höhere Norm 585 durchgesetzt, damit der Mindestgehalt auch bei kleinen Fertigungstoleranzen sicher erreicht wird.

Nicht verwechseln: Das Karat bei Edelsteinen ist eine Gewichtseinheit (0,2 Gramm) und hat mit dem Goldkarat nichts zu tun.

Umrechnung Karat ↔ Feingehalt

8 Karat = 333 · 9 Karat = 375 · 10 Karat = 417 · 14 Karat = 585 · 18 Karat = 750 · 21 Karat = 875 · 22 Karat = 916 · 24 Karat = 999 (Feingold). Die Formel lautet: Feingehalt = Karat ÷ 24 × 1000. Umgekehrt gilt: Karat = Feingehalt ÷ 1000 × 24.

Für jede dieser Stufen haben wir eine eigene Seite mit dem aktuellen Preis pro Gramm, einer Preistabelle und einem voreingestellten Rechner. Sie finden sie im Bereich Karat & Feingehalt.

Welche Feingehalte in Deutschland üblich sind

333er Gold war in der DDR der Standard und ist bis heute bei preiswertem Schmuck verbreitet. 585er Gold ist der deutsche Allrounder für Ringe, Ketten und Ohrschmuck: hart genug für den Alltag und mit kräftiger Farbe. 750er Gold gilt als hochwertiger Schmuckstandard, besonders bei Trauringen, Uhren und Juwelierschmuck. 375er Gold findet man vor allem bei britischem Schmuck.

Höhere Feingehalte wie 875 (21 Karat) und 916 (22 Karat) stammen meist aus dem Nahen Osten, der Türkei oder Indien. 999er Feingold kommt fast nur bei Barren und Münzen vor, weil es für Schmuck zu weich ist.

Warum Schmuck nicht aus reinem Gold besteht

Reines Gold ist sehr weich. Ein Ring aus 999er Gold würde sich im Alltag schnell verformen und verkratzen. Durch Legieren mit anderen Metallen wird Gold härter. Gleichzeitig beeinflussen die Zusätze die Farbe: Viel Kupfer ergibt Rotgold, viel Silber Grüngold, Palladium oder Nickel Weißgold.

Für den Materialwert spielt die Farbe keine Rolle. Ein 585er Weißgoldring und ein 585er Gelbgoldring gleichen Gewichts enthalten dieselbe Menge Gold. Weißgold mit Palladium kann allerdings bei der Scheidung einen geringen Zusatzwert für das Palladium bringen.

Rechenbeispiel: Was steckt in Ihrem Schmuck?

Angenommen, Sie haben eine 750er Kette mit 20 Gramm und einen 333er Ring mit 5 Gramm. Die Kette enthält 20 × 0,750 = 15 Gramm Feingold, der Ring 5 × 0,333 = 1,665 Gramm. Zusammen sind das 16,665 Gramm Feingold. Multipliziert mit dem aktuellen Goldpreis pro Gramm ergibt sich der Materialwert.

Das Beispiel zeigt: Der 333er Ring trägt trotz eines Fünftels des Gewichts nur rund ein Zehntel zum Wert bei. Beim Verkauf lohnt es sich daher, die Stücke getrennt nach Feingehalt bewerten zu lassen.

Was tun, wenn keine Punze zu finden ist?

Sehr alte, umgearbeitete oder im Ausland gefertigte Stücke haben manchmal keine lesbare Punze. Dann hilft nur eine Prüfung. Juweliere nutzen die klassische Strichprobe auf dem Prüfstein mit verschiedenen Prüfsäuren oder ein Röntgenfluoreszenzgerät, das die Zusammensetzung zerstörungsfrei misst. Rechnen Sie ohne Prüfung im Zweifel mit dem niedrigsten plausiblen Feingehalt.

Vorsicht bei Stempeln wie GP, GF, RGP oder „vergoldet“: Sie bezeichnen Stücke mit nur dünner Goldauflage auf unedlem Grundmaterial, deren Goldwert praktisch null ist.

Feingehalt bei Silber, Platin und Palladium

Auch andere Edelmetalle werden in Tausendsteln gestempelt. Bei Silber sind 925 (Sterlingsilber), 835 und 800 verbreitet, älteres deutsches Tafelsilber trägt oft 800 zusammen mit Halbmond und Krone. 999er Feinsilber findet man fast nur bei Barren und Münzen. Platinschmuck ist meist mit 950 gestempelt, seltener mit 900 oder 585. Palladiumschmuck trägt ebenfalls häufig 950 oder 500.

Für den Wert gilt dieselbe Logik wie bei Gold: Gewicht × Feingehalt ÷ 1000 × aktueller Preis pro Gramm des jeweiligen Metalls. Die aktuellen Grammpreise finden Sie in unserem Bereich Edelmetallpreise heute.

Feingehalt und Haltbarkeit im Alltag

Wer Schmuck kauft, sollte den Feingehalt nicht nur nach dem Wert, sondern auch nach der Nutzung wählen. 750er Gold ist edel und hautfreundlich, aber weicher als 585er; ein täglich getragener Ehering aus 750 zeigt schneller Kratzer. 585er Gold ist ein guter Kompromiss aus Wert und Robustheit. 333er Gold ist sehr hart, läuft aber eher an.

Für Menschen mit Nickelallergie ist Weißgold mit Palladium statt Nickel die bessere Wahl. Achten Sie beim Kauf auf einen entsprechenden Hinweis des Herstellers.

Kurz zusammengefasst

Der Feingehalt in Tausendsteln und die Karatangabe beschreiben dasselbe: den Anteil reinen Goldes. Je höher die Zahl, desto mehr Gold steckt im Stück und desto höher ist sein Materialwert pro Gramm. Für die Bewertung brauchen Sie nur zwei Angaben – Gewicht und Feingehalt – und den aktuellen Goldpreis pro Gramm. Alles Weitere, etwa Farbe, Design oder Herstellungsart, spielt beim reinen Materialwert keine Rolle, kann aber beim Wiederverkauf als Schmuck den Preis deutlich beeinflussen.

Häufige Fragen

Wie viel Gold ist in 585er Gold?
58,5 Prozent. Ein Gramm 585er Gold enthält 0,585 Gramm reines Gold.
Ist 750 dasselbe wie 18 Karat?
Ja. 18 von 24 Teilen entsprechen exakt 750 von 1000 Teilen.
Warum ist 14 Karat in Deutschland 585 und nicht 583?
Die deutsche Norm legt den Wert leicht höher fest, damit der Mindestgehalt trotz Fertigungstoleranzen sicher eingehalten wird.
Ist Weißgold weniger wert als Gelbgold?
Nein. Bei gleichem Feingehalt und Gewicht enthält es dieselbe Menge Gold.
Was bedeutet der Stempel GP oder GF?
Gold Plated beziehungsweise Gold Filled – nur eine dünne Goldschicht auf unedlem Metall, mit sehr geringem Materialwert.